Aktuelle Ausstellung: Landscape and Urban Living

Samstag, 18. September  bis Sonntag, 28. November 20021 in den Räumen der Stadtgalerie

Die kunst- und kulturhistorische Tradition der natürlichen Landschaftsdarstellung und ihre Motive (unter anderen das Erhabene oder die Idylle) sind unlängst der Lebenswirklichkeit und Alltagserfahrung einer durch die Ausweitung urbaner Räume stark limitierten Natur gewichen. Gleichzeitig war "Landschaft" noch nie einfach ein Stück Natur, auch nicht in der Kunstgeschichte. Das künstlerische Abbild von Natur ist ebenso weit von der Wahrheit entfernt wie von der Natur an sich. Motivauswahl, Komposition und Arrangement von Naturelementen machten Landschaftsgemälde immer schon zu Collagen, nur dass man keine geklebten Versatzstücke oder Schnitte sieht.
Landschaft ist jenseits geografischer oder topografischer Zuschreibungen heute immer Kulturlandschaft, das betrifft insbesondere deren Rezeption und Darstellung. Sie ist längst zur "Stadt-(land)-schaft" geworden und abhängig von der gesellschaftlichen Herrschaft der Städte über das Land. Durch moderne Logistik- und Kommunikationsnetzwerke, Urbanisierung und Industrialisierung landschaftlicher Flächen sowie Metropolisierung und Kosmopolitisierung urbaner Räume, hat sich das Aussehen von "Landschaft" in unserem Kulturkreis vollkommen verändert.
Die von Prof. Claus Friede (Hamburg) kuratierte Gruppenausstellung präsentiert Videowerke von elf internationalen Künstler*innen und zeigt aus individuellen und sehr unterschiedlichen Blickwinkeln wie differenziert heute mit Landschaft und deren Urbanisierung kulturell umgegangen wird. Subjektive Landschaftserfahrungen treffen auf ideale und kulturelle Vorstellungen von Landschaft sowie Strategien und Potenziale deren Inszenierung.

Künstler*innen: Ross Constable (US), Ólafur Sveinn Gíslason (IS), Jonna Kina (FI) Gor Margaryan (AR/DE), Katrīna Neiburga (LV), Till Nowak DE/US), Lois Patiño (SP), Wibke Rahn (DE), Melanie Smith (UK/MEX), Clemens Wittkowski (DE), Gabriele Worgitzki (DE)


In unregelmäßigen Abständen wird der Förderverein besondere Veranstaltungen anbieten, wie z. B. Gespräche über Kunst, Veranstaltungen mit Künstlerinnen, Künstlern, Kuratorinnen oder Kuratoren.